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AKTUELLER REISEBERICHT

Ein Augenblick in Buchara

Es ist Hochsommer und die Mittagssonne brennt über der Oasenstadt Buchara. Einige Häuserreihen hinter den berühmten Medresen, historischen Handelskuppeln, herausgeputzten Souvenirgeschäften und gemütlichen Teehäusern spaziere ich durch ein traditionelles Wohnquartier. Die verwinkelten Gassen sind menschenleer; ihre Bewohner suchen in den kühleren Innenhöfen Zuflucht vor der Hitze. Stille herrscht und meine Gedanken gehen auf Zeitreise ...

Wie war es hier wohl vor Tausend Jahren, als Kamelkarawanen der Seidenstrasse vom imposanten Minarett Kalon geleitet hier eintrafen, ihre Waren, Innovationen, Weltanschauungen und Religionen austauschten? Welche Ideen entstanden wohl neben Algebra, Medizin und Astronomie in Bucharas weltberühmten Medresen? - Der Geist der glorreichen Geschichte scheint zu greifen nah.

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Plötzlich durchdringen Schreie die Stille und bringen meine Gedanken zurück. Woher kommen sie? Was ist wohl geschehen? Den Geräuschen folgend beschleunige ich meine Schritte und gelange an einen grösseren Platz mit einem Khauz, einem traditionellen Wasserreservoir. Fünf Buben haben ihn kurzerhand in ihr privates Schwimmbad umfunktioniert und veranstalten unter lautem Geschrei ein Wettspringen ins kühlende Nass.

Früher hatte jedes Quartier einen Khauz, der als Trinkwasserspeicher und Treffpunkt der Bewohner diente. Vom einfachen Dorfbrunnen mauserte sich manch Einer zum berühmten Platz. So entstand im 18. Jh. am Bolo-Khauz die Moschee des Emir, dessen 20 Säulen sich im Wasser spiegeln. Der Lyabi-Khauz ist Bucharas grösstes Reservoir und liegt zwischen den Medresen Nadirdevonbegi und Kukaldash. Wie einst die Gelehrten dieser mittelalterlichen Hochschulen treffen sich heute Alt und Jung am Rande des Wassers. An langen Sommerabenden geniessen sie in gemütlicher Runde bei angeregten Gesprächen die lokalen Köstlichkeiten Lammspiesse mit Pilav-Reis, Salat mit Fladenbrot - dazu das eine oder andere Gläschen Wodka.

Eine Weile beobachte ich das Wettspringen der Buben und erinnere mich, wie wir als Kinder unseren Dorfbrunnen zum Planschbecken umfunktionierten. Die ferne, exotische Märchenstadt mit ihrer eindrucksvollen Geschichte scheint auf einmal vertraut. Die ausgelassene Freude des Moments lässt Distanzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Fremdem und Vertrautem verschwinden.

CM

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