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Privatreisen 2018-2020
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Erste Einblicke 2019-2020
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13.01.2009

Sonnenfinsternis auf der Seidenstrasse

Gleichzeitig einen Teil der Seidenstrasse entdecken und eine totale Sonnenfinsternis erleben - das war die Idee, welche unsere Gruppe “Eklipse” zusammengeführt hat.

Da die meisten von uns Tamerlan’s Usbekistan bereits kennen, brechen wir von Tashkent in Richtung Kokand, Margilan und Fergana auf. Heiss ist es in dieser Gegend des einstigen Königreichs Kokand. Doch wir stimmen mit Zahir ud-din Muhammad (besser bekannt als Babur) überein, dass es in Fergana die besten Melonen der Welt gibt.

Osh in Kirgistan mit seinem schönen Markt bietet einen Vorgeschmack auf Kashgar: Unsere Blicke bleiben an Kuriositäten hängen: Kopfbedeckungen aus weissem Filz, Pfirsiche, Trauben, Aprikosen, Granatäpfel, Haarshampoo, Lockenwickler, Strümpfe für Damen und Stiefel für die stolzen Reiter. Vom Gipfel des Mt. Suleiman geniessen wir den wunderschönen Ausblick auf das Umland. Dann lassen wir die kolossale Lenin-Statue hinter uns - ihr Schatten hat der Stadt viel Segen gebracht. Unterwegs begegnen wir den Spuren von Alexander dem Grossen oder dem berühmten Botschafter Zang Qiang, den man an seinem mit Yakschwänzen dekorierten Bambusstab erkennt. Wo jedoch sind die Xiongnu, die grossen Yuechis oder die Tausend-Li-Pferde? Existieren sie nur in Fabeln und Büchern oder werden sie hinter dem Pass von Taldik auftauchen? Für den Krieg sind die Tausend-Li-Pferde geeignet - da soll sich doch General Li Guang Li darum kümmern.

Der Zustand der Piste ist nicht sehr gut, aber die Kamele der Karawanen würden auf einer asphaltierten Strasse mehr leiden! In Sari-Tash erwartet uns hinter einem Hügel das Jurtenlager. Wir sind im Herzen des Pamir Alay, einer weiten Hochebene, die von eindrücklichen Bergen gesäumt wird. Mit der Abenddämmerung wird es eisig kalt, doch wir schlafen in der Wärme der Jurten. Morgen werden wir den Lenin Gipfel mit seinem Bergmassiv sehen und die Grenze nach China überqueren. Von dort führt die Strasse hinunter durch eine einzigartige Landschaft zur Taklamakan Wüste. Morgen Abend werden wir in Kashgar im ehemaligen Konsulat der Briten oder Russen übernachten. Guten Abend Herr Petrovsky!

Die Reise führt uns weiter nach Urumqi, zur Oase Turfan, nach Toyuk mit den berühmten Grotten von Bezeklik und nach Shanshan bis wir in Richtung Norden abzweigen, um das Gebirge Barkol Shan zu überqueren und an die Grenze zur Mongolei gelangen.

Mindestens 4000 “Eklipsophile” treffen sich am ersten August in der Oase Wezixia. Aus einer fernen Ecke des Camps erklingt eine vertraute Melodie “Trittst im Morgenrot daher ... “. Unter den Apfelbäumen eines fernen Lagers inmitten der Gobiwüste und umrundet von Schneebergen, werden wir Zeugen einer grandiosen Sonnenfinsternis “... seh ich Dich im Strahlenmeer”.

XL

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03.02.2009

Babylone

Berlin, Januar 2006: Bei eisiger Kälte stehe ich vor dem prunkvollen Brandenburger Tor. Man spürt förmlich, dass sich hier bedeutende geschichtsträchtige Momente ereignet haben. Meine Mütze tief über die Ohren gezogen, gehe ich entlang breiter Alleen und finde in einer alten Berliner Kneipe Zuflucht vor der beissenden Kälte. Ein Glas Romanée Conti wärmt meinen Geist und Körper auf angenehme Weise.

Am nächsten Morgen erlebe ich bereits wieder einen Moment unglaublicher Intensität: Das Pergamonmuseum: Hier stehe ich nun vor dem Tor von Ishtar - vor dem Original in seiner voller Grösse. Von deutschen Archäologen wurde es nach Berlin verfrachtet. Es dauerte mehr als zwanzig Jahre, um den oberen Teil dieses Wunderwerks wieder aufzubauen. Dies führt mich einige Jahre zurück...

Babylon, April 2001: Es ist wirklich wahr! Ich bin tatsächlich in Babylon, an diesem von Sagen und Legenden umwobenen Ort. Der Turm zu Babel, die hängenden Gärten der Semiramis, eines der sieben Weltwunder der Antike ...

In unserem gastfreundlichen aber bescheidenen Hotel spielen wir auf einem staubigen Tisch Billard. Seit dem amerikanischen Handelsembargo sieht man immer seltener Touristen im Irak. Ein einst blühendes Land schlittert mehr und mehr in die Abgründe der Armut.

Hier ist es nun, das Tor von Ishtar. In geduldiger Feinarbeit wurde diese Kopie von irakischen Archäologen liebevoll wieder aufgebaut. Die Reliefs aus glasiertem Backstein stellen den Donnergott Adad und Drachenwesen - halb Schlange, halb Adler dar. Das Tor von Ishtar war eine von acht Pforten, die ins Innere der Stadt Babylon führten. Der König Nebukadnezar II hat es 575 vor Christus erbaut und der Göttin Ishtar gewidmet.

Flankiert von zwei Türmen präsentiert sich der innere Portikus mit einer Breite von mehr als achtundzwanzig Meter und elf Meter Höhe. Das zweite, äussere Tor ist noch monumentaler und liegt eingebettet im inneren Bollwerk. Zwei neuneinhalb Meter hohe Türme führen zu einem gedeckten Innenhof. Das Tor von Ishtar ist das Symbol Babylons.

Lausanne, Januar 2009: Was bleibt heute von dieser antiken Stätte übrig? Besteht Hoffnung, eines Tages die Wunder von Babylon wiederzusehen? Oder bleibt mir nur der Traum?

CL

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03.03.2009

Im Herzen Indiens

Der Staat Madhya Pradesh liegt zwischen Nordindien und dem Deccan Plateau. Nur wenige Touristen nehmen sich die Zeit, fernab der berühmten Sehenswürdigkeiten von Agra und Rajasthan die Spuren des “heiligen” Indiens zu entdecken.

Es ist Weihnachten und wir sind in Bhopal, der verschlafenen Hauptstadt des Staates Madhya Pradesh. Von hier aus machen wir eine Achterbahnfahrt durch die Jahrtausende der indischen Geschichte: Die Steinzeit erleben wir in den Grotten von Bhimpetka mit ihren Felsmalereien. Auf der Insel Omkareshwar mischen wir uns unter Tausende von Pilgern, die der Shiva-Gottheit Blumen oder Kokosmilch opfern. Ehrfürchtig bewundern wir die Eleganz der Skulpturen der Stupa von Sanchi. Diese wurde vom König Ashoka im 3. Jh. v.Chr. erbaut und ist ein schönes Beispiel buddhistischer Architektur. Die Hingabe an den Shiva-Kult erleben wir wiederum in Ujjain, einer der heiligsten Städte Indiens, wo alle zwölf Jahre ein riesiges Fest stattfindet, welches Millionen hinduistischer Pilger anzieht. Täglich reisen Tausende Gläubige hier hin, spazieren durch die Geschäfte um sich Sandelholz, bunt bemalte Tonfiguren, Blumengirlanden oder Räucherstäbchen als Opfergabe auszusuchen.

Weiter südlich entdecken wir die legendäre Zitadelle des Sultan Baz Bahadur. Es ist weltweit die grösste befestigte Stadt mit Stadtmauern von 75 km Länge. Unser Guide erzählt uns die Legende der schönen Rumpati: Der Sultan verliebte sich in Rumpati als er ihre wunderschöne Stimme hörte und er begann um sie zu werben. Sie aber würde ihr Zuhause am Ufer des Flusses Narmada zu sehr vermissen. So willigte sie nur in die Heirat ein, wenn der Sultan die Wasser des Narmada bis an den Hügel seines Palastes ansteigen liesse. Verrückt vor Liebe mobilisierte er alle seine Kräfte um den Fluss umzuleiten. So entstand die Stadt Mandu. Im afghanischen Stil gebaut erinnern ihre Paläste an die Erzählungen aus 1001 Nacht: Moscheen mit unendlichen Säulengängen, Wasserspiele, Bäder und Springbrunnen in wunderschönen Gartenanlagen - nichts war zu raffiniert für die Augen des Sultans. Hinter der grossen Moschee steht ein Mausoleum aus weissem Marmor, welches den Architekten des Taj Mahal als Modell diente.

Dem Fluss Narmada begegnen wir wieder in Maheshwar. In der Gesellschaft unseres Gastgebers Richard Holkar, dem Verantwortlichen unseres Hotels, beobachten wir das Treiben unterhalb der einstigen Festung. Das wahre Leben spielt sich auf den Treppen am Flussufer ab: Frauen waschen ihre Wäsche, Gläubige baden und beten, Kinder spielen und bunte Saris werden im Wind getrocknet. Bei Sonnenuntergang werden Hunderte von Kerzen angezündet, Musikanten tauchen auf und immer mehr Menschen strömen zu dem spontanen Fest mit Gesang und Tänzen.

BI

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07.04.2009

VON CHINA NACH BURMA - "Pragmatismus und Spiritualität"

“Wenn ein Chinese Geld hat, baut er eine Strasse um Handel zu betreiben, wenn hingegen ein Burmese Geld hat, dann baut er eine Pagode” - an diesen Satz unseres chinesischen Reiseleiters Tony werden wir uns noch einige Male erinnern...

Zunächst befinden wir uns jedoch auf dem Weg zur Grenze zwischen China und Burma. Von Kunming führt die neue vierspurige Autobahn in eleganten Bögen entlang steil abfallenden und mit Dschungel bewachsenen Bergen bis einige Kilometer vor die Grenze. Ab und zu erhaschen wir einen Blick auf die alte Burma-Road, die sich entlang des Flusses auf der anderen Talseite befindet. Diese berühmte mit Kopfstein gepflasterte Strasse spielte in den Wirren des 2. Weltkrieges eine strategisch wichtige Rolle. Das moderne China jedoch verliert keine Energie an Nostalgie, es blickt lieber in eine strahlende Zukunft. Dank dieser Autobahn und dem Handel mit Burma erlebt die Region einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung: Moderne Hochhäuser, belebte Einkaufsstrassen, gepflegte Strassenzüge, modisch gekleidete Chinesinnen prägen das Stadtbild von Baoshan, Mangshi und Ruili - die Energie und Lebensfreude dieses stolzen Landes in Aufbruch ist an jeder Strassenecke zu spüren.

Nicht minder beeindruckend ist der neue chinesische Grenzposten. Die freundlichen Grenzbeamten empfangen uns mit einem warmen Lächeln und interessierten Blicken. Während sie unsere Dokumente kontrollieren und unsere Daten in den PC eingeben, warten wir auf einem bequemen Sofa. 50 Meter weiter steht ein kleines, rosarot gestrichenes Backsteinhaus; der burmesische Grenzposten. Hier wird unsere Ankunft von Hand in einem dicken Buch registriert, denn beim burmesischen Grenzposten ist gerade der Strom ausgefallen. Zum Glück gibt es einen Generator, der eingeschaltet wird, um Kopien unserer Pässe zu machen.

Unsere Uhren stellen wir um eineinhalb Stunden zurück, doch auf der anderen Seite scheint die Zeit seit 40 Jahren stehen geblieben zu sein. Der Lebensrhythmus in Burma ist wie in allen südostasiatischen Ländern gemächlich. Autobahnen, Hochhäuser und Einkaufsstrassen sucht man hier vergeblich. Bunte Märkte, unberührte Landschaften, ursprüngliche Dörfer, lächelnde, gastfreundliche Menschen gibt es statt dessen reichlich. Unterwegs überholen wir immer wieder Bauern, die auf ihren Ochsenkarren zu den Feldern fahren. Das Eindrücklichste aber ist der gelebte Glaube: An jeder Strassenkreuzung wird für das seelische Wohl Geld gesammelt. In jedem Dorf werden Tempel, Klöster und Pagoden neu gebaut, erweitert, mit bunt blinkenden Lichterketten geschmückt oder vergoldet. Pilger reisen weit, um besonders verehrten Buddhastatuen Blattgold zu opfern oder um eine neue Goldplatte für die berühmte Shwedagon Pagode in Yangon zu spenden. Noch nie haben wir so viele Tempel, selten so viel Prunk und Gold gesehen!

Im verträumten Burma lebt man für das nächste Leben, im rationalen China für das Aktuelle. Die Eindrücke dieser Kontraste in Worte zu fassen fällt schwer. Gibt es ein Besser oder Schlechter? Sind die Einen glücklicher als die Anderen? ... immer wieder erinnern wir uns an den Satz von Tony.

CM

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04.05.2009

Visionen eines Exzentrikers in Zürich

Wir schreiben das Jahr 1975: China befindet sich noch im Strudel der Kulturrevolution. Besucher werden durch Musterfabriken und -bauernhöfe geführt. Sie besichtigen Lehrstätte, in denen das Gedankengut des Präsidenten Mao und der Revolution unterrichtet wurde: “Die Vergangenheit muss zerstört werden, um eine bessere Zukunft aufzubauen”, hiess deren Leitspruch. Dennoch stellen wir fest, dass die wichtigsten Zeugnisse der Chinesischen Zivilisation von der Verbotenen Stadt in Beijing bis zum Potala Palast in Lhasa von der Armee streng vor jeglichem Vandalismus bewacht werden. Sie bleiben jedoch wie alle Museen für Besucher geschlossen. So spazieren wir durch die Altstadtgassen von Beijing. Durch einen Hinterhof gelangen wir in ein Farbdruckatelier in dem Namen Rongbaozhai, was übersetzt soviel wie Studio der grossen Schätze heisst.

Unsere Überraschung ist gross, als wir hinter Bildern von Bauernarbeitersoldaten Reproduktionen wichtiger Werke der klassischen Chinesischen Malerei entdecken. Alle grossen Meister sind vertreten. Vor einem Werk Cho Ta’s bleibe ich erstaunt stehen: Zusammen mit Shi Tao ist er einer der grössten Künstler und hat die Acht Exzentriker von Yangzhou inspiriert. François Cheng ein zeitgenössischer Chinesischer Dichter und Kalligraph bezeichnet Cho Ta als “Den Meister der Pinselführung”. Dieser Nachdruck reiste natürlich als wertvolles Souvenir mit mir nach Hause. Seither zieht es mich bei jedem Besuch von Beijing, Shanghai, Taipei, Hong Kong, Berlin, London oder Paris in ein Museum mit chinesischen Werken vor denen ich freudige Momente erlebe.

Die klassische Chinesische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch die dramatischen Umstände der Epoche. Die Qing Kaiser hatten China aus der Mandschurei her überrannt. Der letzte Kaiser der Ming Dynastie hatte daraufhin Selbstmord begangen, viele Familien von Aristokraten und Gelehrten wurden hingerichtet und Maler, Dichter und Kalligraphen flüchteten aus der Hauptstadt. In kleinen florierenden Städten oder in der Natur fanden sie Zuflucht. Ohne die Unterstützung des Hofes fristeten sie ein Dasein in Askese und Meditation. Sie lebten in Bruchbuden hin und hergerissen zwischen Vision und Inspiration. Aus diesem Exil beeinflussten die Acht Exzentriker von Yangzhou die Kunst am konservativen Kaiserhof: Ihre unglaubliche Kreativität und Virtuosität revolutionierten die Klassische Malerei.

Das Museum Rietberg in Zürich organisiert in Zusammenarbeit mit dem “Metropolitain Museum of Art” in New York eine Sonderausstellung des aussergewöhnlichen Künstlers Luo Ping, des jüngsten der Acht Exzentriker aus Yangzhou. Diese Ausstellung verleiht diesem grossen Meister der Chinesischen Kunst das internationale Ansehen, welches er verdient, denn zum ersten Mal wird im Westen eine so grosse Anzahl Werke dieses Künstlers präsentiert. Aussergewöhnliche Leihgaben des Palastmuseums in Beijing und Shanghai bilden die Höhepunkte der Ausstellung.

Der Club Reisen und Kultur organisiert eine Privatführung durch diese Ausstellung (Reisehorizonte April 09). Wenige Plätze sind noch verfügbar. Nehmen Sie bei Interesse mit uns Kontakt auf.

FL

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29.10.2009

25 Jahre

Reisen und Kultur wurde im Oktober 1984 aus einem spontanen Einfall heraus geboren. Es war eine Antwort auf den Ruf der weiten Welt; auf das zwingende Verlangen, dem Andersartigen zu begegnen und ihm sanft und brüderlich die Hand zu reichen; auf die Lust, andere Kulturen zu entdecken und immense Zivilisationen neu zu erleben. In 25 Jahren haben wir neue Routen gezeichnet, neue Reisemöglichkeiten eröffnet und so manche Grenze zu Fall gebracht. In 25 Jahren durften wir unsere Reiseleidenschaft mit Tausenden teilen und Freundschaften schliessen. Diejenige, die uns in fernen Ländern bei der Realisierung unserer Träume halfen, sind zu Freunden geworden. In 25 Jahren durchlebten wir mehrere Krisen, streiften Abgründe und sind wieder aufgeschwungen.

In 25 Jahren erlebten wir wunderschöne Reisen, die aus uns das gemacht haben, das wir heute sind.

Jahr für Jahr beobachteten wir die Veränderungen der Welt: Den Okzident, der sich nach wie vor als Zentrum sieht und allmählich beiseite gedrängt wird durch die rasanten Entwicklungen in Asien, Lateinamerika und Afrika; die Schweiz, die sich wie jede Nation als Nabel der Welt sieht, jedoch oft mit Schweden oder Swaziland verwechselt wird. Wir erlebten, wie eine überwältigende Entwicklung China umkrempelte und der Lebensstandard von Plastikschuhen zu Luxusautos hinaufkatapultiert wurde. Wir sahen zu, wie die Bevölkerung Indiens eine Milliarde Einwohner überschritt, ohne dass die dramatische Ungleichheit gelöst wurde. Wir wurden Zeugen der Entwicklung des Iran, der sich selber in den Wirren seiner islamischen Revolution verlor und mit voller Wucht auf das Unverständnis seiner ehemaligen westlichen Freunde stiess. Wir beobachteten, wie die Republiken Zentralasiens sich als unabhängige Staaten wiederfanden und die Erinnerung an ihre blutrünstigen Helden der Vergangenheit neu belebten. Wir sahen zu, wie sich Südostasien aus einem schrecklichen Krieg wieder erhob, um sich in neue Sünden zu stürzen. Wir litten mit den Staaten des vorderen Orients, die seit 60 Jahren die selben Spannungen erdulden. Afghanistan, Irak und Pakistan sind uns durch schreckliche, ungerechte und ungerechtfertigte Kriege verwehrt worden.

Wir haben die Welt gesehen mit ihren schönsten, spannendsten und bewundernswertesten Seiten, aber auch mit ihren hässlichen, abstossenden und verabscheuungswürdigen Aspekten.

Mit 25 Jahren hat man Projekte und viele davon schwirren in unseren Köpfen herum. Wir freuen uns, Sie mit neuen Vorschlägen zu überraschen. Natürlich bleiben wir unseren wichtigsten Anschauungen, was die Schönheit dieses Berufes ausmacht, treu: Respekt für die Länder und ihre Bewohner, welche wir entdecken und manchmal stören; Bewunderung vor der Grösse der Zivilisationen, welche durch andere Völker und zu anderen Zeiten errichtet wurden; Bescheidenheit gegenüber unserem Drang die Welt anders zu gestalten.

25 Jahre, das ist auch ein Grund zum Feiern. So werden wir einige Tage im Burgund verbringen. Von Fontenay bis Pontigny, von Vézelay bis Cluny, von Paray-le-Monial bis Tournus werden wir in einigen der schönsten Seiten unserer Geschichte blättern und natürlich der lokalen Kultur der kleinen Bistrots und edlen Tropfen frönen.

FL

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30.11.2009

Eine Reise durch Armenien

Der Berg Ararat versteckt sich oft hinter den Wolken. Sogar Alexander der Grosse hat hier in Erebouni fünfzehn Tage verbracht, ohne diesen mythischen Berg zu Gesicht zu bekommen. Bei seiner Abreise soll er laut in Richtung Berg gerufen haben: Ararat, jetzt hast du die Chance verpasst, Alexander zu sehen!

Wir hatten mehr Glück als Alexander. Gleich zweimal hat sich der Berg uns in seiner ganzen Schönheit gezeigt: Bei unserer Ankunft erblickten wir vom Flugzeug aus den majestätischen Gipfel auf unserer Höhe und bei unserer Abreise enthüllte sich der Berg wiederum.

Unser Aufenthalt war von Sonnenschein gekennzeichnet und wurde durch ein wunderschönes Gewitter am Ufer des Sees Sevan bereichert.

Viele Gründe gibt es, um Armenien zu besuchen: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind natürlich die alten Kirchen. Aber die Geschichte dieses Landes mit ihren Legenden hat bereits viele Künstler und berühmte Köpfe inspiriert. Musiker, Maler und Dichter haben zum reichen Kulturerbe beigetragen.

Musik schien uns während unserer Reise auf Schritt und Tritt zu begleiten: Von Musikern in kleinen Restaurants über eine Opernsoirée in Yerewan, die religiöse Musik des Patriarchen während der Sonntagsmesse in der Kathedrale von Echtmidazine bis zur Musikschule in Gumri, in der junge Talente ausgebildet werden. Entzückt waren wir vom angehenden Pianisten, dessen Füsse nicht zu den Fusspedalen reichten und in der Luft hin und her schwangen während er uns Carmen vorspielte sowie vom Schulleiter, der uns in seinem Büro einige Töne auf dem “Doudouk” vorspielte. Einen weiteren unerwarteten musikalischen Höhepunkt erlebten wir in der Felsenkirche des Klosters Khegart, als vier Mönche uns einige Gesänge mit ungewöhnlichen Klängen a capella vorsangen.

Auch in Yerevan gibt es viel zu entdecken: Im armenischen Geschichtsmuseum tauchten wir in die Vergangenheit des Landes ein. Die charmante Enkelin des Malers Mardiros Sarian führte uns durch das Haus ihres Grossvaters. Nachdenklich wurden wir im Genozidmuseum gestimmt.

“Wer auch immer glaubte, das Christentum sei für uns nur ein Kleidungsstück, wird seinen Irrtum spätestens dann einsehen, wenn es nicht von unseren Leiben gezerrt werden kann, sondern wie die Hautfarbe am Körper haftet.” - So lautete der Schlachtruf des Ritters Vartan Mamikonian, als am 2. Juni 451 der persischen König Avariair angriff, mit dem Vorsatz Armenien die Religion des Mazdeismus aufzudrängen. Die 60'000 Armenier wurden von 250'00 Persern mit etlichen Kriegselefanten niedergeschlagen. Trotz dieser Niederlage behielten die Armenier das Recht, Christen zu bleiben.

Damit war Ton für die Christen angegeben! Um ihren Glauben zu feiern, bauten sie tüchtig Klöster und errichteten viele Kirchen. Diesen mittelalterlichen Monumenten begegnen wir im ganzen Land: auf Hügeln, an Waldrändern und auf Felsspitzen. Sie haben der Zeit die Stirn geboten.

Zwischen unseren Besichtigungen ziehen die unterschiedlichsten Landschaften an uns vorbei: Dörfer in Mitten von Obstplantagen, wasserarme Schluchten, weitläufige Heiden und tiefe Wälder.

Unser Aufenthalt war in jeder Hinsicht perfekt.

XL

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