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Privatreisen 2018-2020
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Erste Einblicke 2019-2020
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28.01.2010

Eindrücke aus Südchina

Nach einigen Tagen in Kunming, der boomenden Provinzhauptstadt Yunnans, fliegen wir vom grossen, modernen Flughafen in Richtung Norden, nach Lijiang am Fusse der Schneeberge. Die kühlen Wintermonate sind an diesem vom Tourismus lebenden Ort, etwas ruhiger. Dennoch sind die engen Altstadtgassen und zahlreichen Strassencafés voller Reisender; es sind hauptsächlich Chinesen aus den Metropolen, die ihr Land entdecken und die landschaftliche Schönheit und ethnische Vielfalt des Yunnan schätzen. Wir sind frisch aus der Schweiz angereist und geniessen das rege Treiben und die spannenden Tempel, Paläste und Dörfer in der Umgebung von Lijiang. Doch das eigentliche Ziel unserer Reise ist ein weit weniger bekannter Ort ganz in der Nähe ...

Erst vor ein paar Monaten wurde die Strasse erneuert - nun profitieren auch die ländlichen Regionen Chinas vom wirtschaftlichen Fortschritt des Landes. So fahren wir auf der bequemen Asphaltstrasse in Richtung Süden. Wir halten bei den buddhistischen Grotten von Shibaoshan: Seit Jahrhunderten pilgern Gläubige hierher, um an diesem abgelegenen, versteckten, heiligen Ort die Buddhastatuen zu verehren. Diese Grotten sind bei weitem nicht so imposant und berühmt wie diejenigen von Datong, Luoyang oder gar Dunhuang, dennoch werden sie mit viel Aufmerksamkeit gepflegt. Drei Familien sind für ihre Instandhaltung verantwortlich. Sie wechseln sich ab und wohnen jeweils zwei Wochen in der Abgeschiedenheit und eine Woche in der Stadt.

Hier erkundigen wir uns nach dem Wanderweg, der ins Shaxi-Tal führt. Die lokalen Leute kennen den Weg und weisen uns die Richtung. Zu unserem Erstaunen finden wir einen betonierten, mit Treppen versehenen, breiten Spazierweg, der sich durch die mit Föhren bewachsene Hügellandschaft windet. Unser Ziel nähert sich: aus der Distanz erblicken wir eingenistet in den Reisfeldern das Dorf Shaxi.

Bei unserer Ankunft im Dorf herrscht ein grosses Durcheinander: Autos, Minibusse, Traktoren, Fahrräder stehen kreuz und quer auf der einzigen Strasse und Menschen drängen sich daran vorbei. Wir haben Glück, denn heute ist Markttag! Fasziniert beobachten wir das bunte Treiben. Hier trifft sich das traditionelle und das moderne China. Wir beobachten, wie eine Frau der Yi-Minorität in ihrem traditionellen weiten, knalligbunten Rock und Kopftuch zielstrebig durch den Markt wandert und für sich und Ihre Familie moderne, warme Winterjacken besorgt, bevor Sie ein paar Süssigkeiten für den Heimweg kauft. Wahrscheinlich hat sie einen weiten, anstrengenden Heimweg, denn die Yi leben in abgelegenen Bergdörfern, sind scheu und pflegen wenig Kontakt mit der Aussenwelt. Lange schauen wir einer Familie zu, die frische Baozi (gedämpfte Reismehlbrötchen) zubereitet: Ein Teig nach dem anderen wird geknetet, in gleichmässige Stückchen geschnitten, manchmal mit etwas Zucker gefüllt, auf das grosse runde Blech gelegt und zugedeckt. Etwa zwanzig Minuten später wartet bereits eine ansehnliche Traube Menschen vor dem dampfenden Topf auf die frischen Leckereien, die innert weniger Minuten ausverkauft sind - bis in zwanzig Minuten die nächsten Brote bereit sind. Das Mikrounternehmen läuft gut, die Bäckerin erzählt uns, dass sie an einem Markttag um die 22 bis 25 volle Bleche mit Broten verkauft.

Während sich die Käufer und Händler am frühen Abend auf den Heimweg machen, entdecken wir die Schätze von Alt-Shaxi. Dieses unscheinbare, beinahe vergessene Dorf war einst ein wichtiger Handels- und Knotenpunkt auf der südlichen Seidenstrasse. Die Brücke über den Shaxi-Fluss brachte dem Ort Wohlstand, als auf diesem Karawanenweg Tee und Salz zwischen Tibet und China transportiert wurden. Die Händler lebten in ausgedehnten Herrenhäusern und bauten am Dorfplatz ein raffiniertes Theater, welches sowohl zu ihrer eigenen wie auch zur Unterhaltung der Götter des Tempels gegenüber diente.

Über viele Jahre in Vergessenheit geraten, haben die Kulturschätze von Shaxi den Wirren der Kulturrevolution und der Kommerzialisierung für den Massentourismus bis heute Stand gehalten. Möglichst nachhaltig wurden die Gebäude restauriert und bis heute verirren sich nur vereinzelte Reisende in diese ursprüngliche Gegend. An diesem Abend sind wir die einzigen Reisenden und geniessen die Gastfreundschaft im stilvoll umgebauten Haus des Salzhändlers am Dorfplatz.

CM

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08.03.2010

Xian, eine Stadt für Kinder

Nach einem langen Aufenthalt in Peking und einer spannenden Fahrt mit dem Nachtzug, war Xi’an die zweite Etappe unserer China-Reise. Drei volle Tage sollten wir in dieser lebendigen, fröhlichen und geschichtsträchtigen Stadt erleben. Natürlich gingen wir all den wunderschönen klassischen Sehenswürdigkeiten wie der Terrakotta-Armee, dem Stelenwald und dem Provinzmuseum nach. In der stillen Moschee im malerischen Muslimenquartier erholten wir uns vor der drückenden Hitze und dem quirligen endlosen Treiben in den Gassen. Am Abend liessen wir uns von einem Raviolibankett begeistern. Unsere Gruppe setzte sich aus vier Kindern und vier “grossen Kindern” zusammen. Nach den vielen Sehenswürdigkeiten waren deshalb für uns die Musikwasserspiele bei der Grossen Wildganspagode eine willkommene Abwechslung: Hunderte von Menschen strömen jeden Sonntag hierhin, um sich unter den Springbrunnen zu erfrischen und Wassermelonen, Eiscrème oder gebratene Maiskolben zu genissen. Viele nutzen den Platz, um ihr Tanzbein zu schwingen und die Klänge von Strausswalzern widerhallen im ganzen Quartier. Von so viel Lebensfreude und Herzlichkeit liessen wir uns anstecken und tollten übermütig in der immensen Wasserfontäne herum.

Ein ganz besonderer Moment war die Velofahrt auf der Stadtmauer: Mit mächtigen Ecktürmen und Stadttoren zu jeder Seite gilt die Stadtmauer Xi’ans als die am besten erhaltene Stadtbefestigung des Landes. Sie wurde im 14. Jahrhundert in der Ming-Zeit errichtet und formt ein Rechteck von 14 km Länge. Von ihren Toren aus gewinnt man einen prächtigen Überblick über die nach klassischem Vorbild axial angelegte Stadt mit dem Glockenturm in der Kreuzung der Nord-Süd und Ost-Westachse. Mit sieben Velos und einem Tandem fuhren wir eines Morgens von einem der Ecktürme los. Ans Holpern gewöhnten wir uns schnell und eine beschwingte Leichtigkeit stellte sich ein bei Gross und Klein. Wie auf einer Wolke glitten wir über die Dächer von Xian’s Innenstadt. Wie oft im Sommer lag ein leichter Dunst über der Stadt und von weither drang das Autohupen und Fahrradklingeln zu unserer Wolke hinauf. Wir nahmen es gemütlich und hielten an jedem Eckturm, um uns bei einem fahrenden Händler eine Erfrischung zu gönnen. Nach zwei Stunden gelangten wir zum Ausgangspunkt der Velotour zurück. Glücklich und leicht schwebend taumelten wir die Treppe herunter, um uns wieder vom Treiben der Stadt mitreissen zu lassen.

AF

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06.05.2010

Jemen, Einfache Lebensfreude

Die kurvige Bergstrasse schlängelt sich durch die Landschaft aus eindrücklichen Terrassenfeldern. Auf den Bergkuppen schmiegen sich mehrstöckige Hochhäuser eng aneinander, um den limitierten Platz möglichst gut zu nutzen. Diese Beschreibung könnte auf Hong Kong oder eine andere Metropole passen, doch wir sind im Herzen des Bergjemen weit weg von jeglicher Moderne. Vor uns liegt eines der schönsten Dörfer des Landes - Al Hajjarah. Hier ragen die traditionellen Steinhäuser mit bis zu acht Stockwerken himmelwärts.

Wir beziehen unser Funduq, welches wenige Meter ausserhalb des Dorfes liegt. Diese traditionelle jemenitische Unterkunft wurde vor vielen Jahren von einem Sultan errichtet, um ihn und sein Gefolge während seiner Reisen zu beherbergen. Die Zimmer sind sehr einfach: Eine dünne Matratze auf dem Teppichboden, drei Nägel um Kleider aufzuhängen und auf dem Fenstersims eine kleine Kerze. Trotz der Einfachheit ist der Raum gemütlich. Die Aussicht ist atemberaubend: In der Abenddämmerung ziehen Nebelschwaden durch die Täler unterhalb der Herberge und enthüllen immer neue Aussichten.

Wir haben Glück, genügend Zimmer erhalten zu haben, denn heute sind zwei weitere Gruppen eingetroffen - das Funduq ist voll und ein fröhlicher Abend steht bevor. Im grossen Aufenthaltsraum wird ein üppiges Mahl serviert: Fladenbrot mit Fleisch und gebratenem Reis, zur Nachspeise in Honig getränktes Fladenbrot. Fahrer, Reiseleiter und Gäste sitzen fröhlich plaudernd auf Kissen am Boden und lassen es sich schmecken ... Die Überraschung des Abends steht aber noch bevor. Der Besitzer, ein begabter Musiker hat zur Feier des Abends spontan seine Musikerfreunde eingeladen und spielt zum Tanz auf. Die fröhliche Musik und die Ausgelassenheit der tanzenden Einheimischen und Fahrer ist ansteckend. Nach und nach gesellen sich spontan auch die zurückhaltenden ausländischen Gäste unter die Reihen tanzender Jemeniten. Der Raum ist voll mehr oder weniger gekonnt im Takt hüpfender, wirbelnder und lachender Gestalten. Die am Rande Sitzenden ziehen ihre Beine ein, um mehr Platz zu machen und amüsieren sich an dem Spektakel.

Allmählich machen die fröhlichen den etwas melancholischeren Liedern Platz. Es ist ruhiger geworden im Raum, die noch Verbliebenen horchen dem melodiösen Klang der schönen Stimmen, im Wissen, dass ein unvergesslicher Abend sich dem Ende zuneigt und wir uns morgen von diesem magischen Ort verabschieden müssen.

CM

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16.07.2010

Tibetische Erzählung

“Il est, dans les régions du Nord, un dieu, vêtu de sommets enneigés. Il est le seigneur du Roc, le souverain des choses immobiles. Pivot géant enfoncé entre les deux océans, Il a pour nom: Himalaya.
Devant Lui, majestueux tel un roi que l’on évente, les yaks fouettent gravement l’air de leur queue, et leurs mouvements circulaires éparpillent de tous côtés des gerbes de rayons blancs comme la lune.
Vers Lui, le soleil hausse ses rayons, les étirant autant que faire se peut, s’efforçant d’atteindre ses lacs glacés et d’y faire éclore ceux des lotus que les étoiles n’ont pas déjà cueillis...” (Kalidasa, 5e siècle).

Um ins Spiti-Tal zu gelangen, muss man durch die Sutlej-Schlucht über eine schwindelerregende Strasse fahren. Es ist eingebettet zwischen den schneebedeckten Gipfeln des Himalaya und liegt auf mehr als 3000 m ü.M. . Regelmässig von Schnee- und Steinlawinen zugeschüttet, ist die ehemalige Hindustan-Tibet-Road eine der beeindruckensten Reiserouten des Himalaya. Diese mythische Piste, welche schon von den ehemaligen Karawanen der Seidenstrasse zwischen Indien und dem chinesischen Turkestan benutzt wurde, erlaubte Erforschern wie Sven Hedin, Marco Pallis und Giuseppe Tucci, zum Dach der Welt zu gelangen. Dies war auch das Dekor des Spionage-Romans von Kipling, “Kim”. Die Strasse steigt an und führt durch einen Engpass, gefolgt von einem in den Fels gehauenen Spalt. Ganz unten in der jäh abfallenden Schlucht sprudeln die türkisblauen Gewässer des Spiti-Flusses, welche mit den braunen Wellen des Sutlej zusammenfliessen. An einer Kurve taucht plötzlich ein Lastwagen auf. Die enge Passage verlangt ein Ausweichmanöwer, welches einem die Haare zu Berge stehen lässt.

Wir sind den Spuren des berühmten Orientalisten Giuseppe Tucci, der in den Dreissigerjahren das Kloster Tabo für die Welt wiederentdeckt hat, gefolgt. Ausserdem sind wir auf denselben Strassen, welche den Bergflanken folgen, gefahren, haben unter dem Regen gezeltet, den Sonnenaufgang des Berges Kinner Kailash und den legendären Aufenthaltsort des Gottes Shiva bewundert, um am Schluss Talbo zu erreichen.

Talbo wurde im Jahr 996 vom Grossen Übersetzer Ringchen Zangpot und unter Anregung des buddhistischen Herrschers Guge gegründet. Das Kloster ist sehr anschaulich. Es liegt nicht hoch oben auf einem Felsvorsprung wie die Klöster von Kye und Dnkhar. Umgeben von einer Mauer in der Talsohle inmitten eines von den Winden gepeitschten Dorfes verteilen sich die dazugehörenden aus Lehm gebauten Gebäude. Der Komplex liegt rund um den Haupttempel, ein grosser dunkler Saal, der mit 33 Bodhisattvas aus Stuck dekoriert ist. Die Mauern sind mit wunderbaren Fresken ausgestattet, welche denjenigen der Ajanta-Grotten eigenartig gleichen. Im tiefsten Saalinnern steht Vairocana, eine vierseitige Statue. Das Ganze bildet ein dreidimensionales Mandala.

Auf einer Terrasse eines benachbarten Restaurants geniessen wir einen Teller “Momos” und diskutieren dabei mit Dechen Lhundup, einem ehemaligen Mönch. Dank ihm konnten wir an der Morgenzeremonie teilnehmen und viele Säle des Komplexes in aller Ruhe besichtigen. Dies war für Michel die Gelegenheit, das Rezitieren der Matras mit dem Klang der Zimbalen und dem charachteristischem Klappern der Gebehtsmühlen aufzunehmen.

Am Abend, im Scheine einer Kerze, habe ich meinen Reisebegleitern zum Abschluss ein letztes tibetanisches Märchen, die Geschichte der stolzen Prinzessin Khartchen, erzählt. Dank Euch allen wurde diese Reise eine wunderschöne Entdeckung und bleibt bis heute in bester Erinnerung.

CL

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05.11.2010

Die Reise nach Nordkorea

Warum nach Nordkorea reisen? Warum ein Land besichtigen, in dem die Bewegungsfreiheit des Touristen eingeschränkt ist? Warum sich in ein Land begeben, das von der westlichen Presse derart attackiert wird?

Ganz einfach um sich mit eigenen Augen ein Bild zu machen.

Zum einen handelt es sich um ein landschaftlich wunderschönes Land mit der majestätisch-monumentalen Hauptstadt Pyongyang und zum anderen ist es auch für den politisch Desinteressierten eine spezielle Erfahrung, die Kuriositäten eines autoritär geführten Staatssozialismus stalinistischer Prägung im 21. Jahrhundert zu erleben.

Am Abreisetag übermannt uns ein Gefühl, als ob wir auf den Mond fliegen. Wir sind ungeduldig und neugierig. Das Ankunftsporzedere in Pyongyang geht schnell, vielleicht auch nur deswegen, da es im Durchschnitt nur zwei internationale Ankünfte gibt. Ohne Bedauern überlassen wir unsere Handys dem Zollbeambten. Wir werden sie am Ende der Reise wieder zurück erhalten. Bis dahin herrscht Funkfreiheit. Unsere zwei Reiseleiter, Herr Ri und Herr Ri warten mit einem warmherzigen Lächeln auf uns: Willkommen in Nordkorea!

Ein grosser komfortabler Bus fährt uns nach Pyongyang. Unterwegs beobachten wir das rege Treiben in den Reis- und Maisfeldern, die in der warmen Abendsonne wie Gold glänzen. Einige Personen sind noch tätig, andere begeben sich schon zu Fuss oder mit dem Velo auf den Heimweg. Endlich kommen wir in der Hauptstadt an. Eine lange breite Allee führt zum Triumpfbogen, der sein Pariser Vorbild um drei Meter überragt. Er wurde 1982 zum 70. Geburtstag Kim Il Sungs errichtet. Aufgeregt steigen wir aus dem Bus und stellen sogleich fest, dass es hier Leute gibt - schwatzende und sogar lachende Menschen! Und die vielen Autos, ja sogar Stau! Aber wo sind die leeren und grauen Strassen von Pyongyang? An den kommenden Tagen entdecken wir auch Läden, Restaurants und unzählige Theater und Sportstadien.

Am nächsten Morgen unter stahlblauem Himmel legen wir bei der grossen Statue von Kim Il Sung mit einer Verbeugung Blume nieder. Dieses 23 Meter hohe Denkmal wurde 1972 zum 60. Geburtstag des "ewigen Präsidenten" errichtet. Dieser Moment ist feierlich und sicher für uns alle unvergesslich. Am Vortag des 65. Geburtstag der Gründung der Arbeiterpartei sind tausende von Menschen in die Hauptstadt geströmt, um ihrem "geliebten Führer" zu huldigen. Frauen in farbenfrohen traditionellen Trachten, Männer in eleganter dunkler Kleidung, Soldaten und Kinder, alle steigen sie in perfekten Reihen still und gesammelt die Treppen zum Hügel hinauf, um sich gemeinsam tief zu verneigen und Blumen zu bringen. Unsere kleine undisziplinierte Reisegruppe von 13 Teilnehmern ist beeindruckt und gerührt - dies wird auf dieser Reise nicht das letzte Mal sein.

Nach ausgiebigen Besichtigungen in der Hauptstadt durchqueren wir auf angenehmen praktisch autofreien Strassen eine liebliche abwechslungsreiche Landschaft mit sanften grünen Hügeln und unzähligen Seen. In der kleinen Hafenstadt Wonsan am Japanischen Meer mischen wir uns unter die zahlreichen Fischer und fahren weiter entlang der Küste mit seinen schneeweissen unberührten Sandstränden. Im Kumsang (Diamant)-Gebirge, führt unser Weg entlang eines smaragdgrünen Baches, zwischen steil aufsteigende Felswände und durch die Rottöne des Herbstwaldes bis wir leichten Schrittes die willkommene Kühle eines hohen Wasserfalles erreichen. In Nampo bewundern wir den grossen Staudamm, ein riesiges Bauwerk, welches in erster Linie als Wasserscheide zwischen Meer- und Flusswasser und schnelle Verkehrsverbindung zwischen dem Nord- und Südufer des Taedong dient. Im Zentrum des Landes bei den Myohyang-Bergen befindet sich das Internationale Freundschaftsmuseum. Auf 30'000 m2 werden alle Geschenke ausgestellt, welche Kim Il Sung und seinem Sohn Kim Song Il von ausländischen Regierungen, Vereinen und Firmen übergeben wurden, ausgestellt. Kaesong war die Hauptstadt der einstigen Koryo-Dynastie (936-1392). Inmitten seiner ruhigen Altstadt befindet sich ein charmantes Hotel, wo wir eine exquisite Nacht auf traditionellen Tatamis-Matten verbringen. Auch der Weckruf mit patriotischen Liedern um 5 Uhr in der Frühe passt gut zur lokalen Stimmung. Natürlich kommen wir auch in den Genuss, die demilitarisierten Zone, eine zeitgeschichtlich brisante Umgebung zu entdecken, die uns alle nachdenklich stimmt.

Unter dem glänzenden Sternenhimmel kosten wir flambierte Muscheln, degustieren die berühmten kalten Nudeln, probieren Kimchi, das lokale unvermeidbare schmackhafte Sauerkraut und braten in einem belebten Park Lammspiesse. Am Abend trifft man sich zum Karaoke, Billard und Tischtennis. Als Krönung dieser Woche voll von Entdeckungen, Begegnungen und Emotionen haben wir das Glück einer Arirang-Vorführung beizuwohnen. 100'000 Gymnasiasten, Schauspieler, Sänger und Mitwirkende offerieren uns ein einmaliges, farbenprächtiges, unglaubliches Schauspiel. Die Synchronisierung ist perfekt, ein Werk jahrelanger harter Arbeit - noch ein grossartiger Moment in diesem Land voller Überraschungen.

AF

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